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Storytelling oder die Kunst aus Toilettenpapierbefeuchter eine Geschichte zu machen

Der Begriff ist in aller Munde, er geistert durch die Fachliteratur, ist Inhalt von Vorträgen und Seminaren – Storytelling ist das Must-have der Stunde. Wirklich? Nicht wirklich! Denn Geschichten wurden schon seit Menschengedenken erzählt und zwar mit gutem Grund: Gute Geschichten bewegen, fesseln und führen schließlich dazu, dass man sie weitererzählt. Diese Tatsache haben natürlich auch die Werbetreibenden dieser Welt erkannt. Und ja: Werbung kann wunderbare Geschichten erzählen. Hier ein entzückendes Beispiel:

Die Katze mit der Leidenschaft fürs Autofahren

Was macht eine Story aber zu einer berührenden Geschichte, die in Erinnerung bleibt? Die perfekte Dramaturgie folgt im Grunde immer den gleichen Regeln – sie erzeugt einen Spannungsbogen, um dafür zu sorgen, dass das Publikum aufmerksam und involviert bleibt. Dazu gehören im Idealfall fünf wesentliche Elemente:

  1. Eine Ausgangssituation mit emotionalem Wert
  2. Eine Hauptfigur, mit der wir mitfühlen können
  3. Herausforderungen, Konflikte und Schwierigkeiten, die die Hauptfigur bewältigen muss
  4. Eine deutliche Entwicklung, die sich vom Beginn bis zum Ende aufbaut
  5. Ein großes Finale, ein Fazit, das sich im Idealfall auf das eigene Leben anwenden lässt. Die klassische Moral von der Geschichte.

Gut, nun werden aufmerksame Mitdenker sagen: Klingt ja logisch und funktioniert sicher, aber wie bitteschön erzählt man Geschichten für Produkte, die vielleicht nicht so attraktiv sind wie Autos, also zum Beispiel für ein Toilettenpapier-Befeuchtungsmousse?

Diese Frage stellen sich die Kreativen dieser Welt natürlich auch und ja, das ist dann schon eine etwas größere Herausforderung. Aber: Sie ist zu meistern. Nämlich dann, wenn man sich traut den Blickwinkel zu wechseln und vielleicht auch einmal einen unkonventionellen Ansatz zu wählen, wie hier zum Beispiel:

Jetzt ist es wohl zu spät ...

Das Konzept des Storytellings ist natürlich nicht den großen Konzernen und Agenturen vorbehalten, es lässt sich auch auf das „ganz normale Leben“ umlegen.  Hier drei praktische Tipps dazu:

  1. Was ist die Story? Wenn du Texte für dich und dein Unternehmen verfasst, dann stelle dir zuallererst die Frage nach deiner Botschaft. Was möchtest du deiner Zielgruppe eigentlich erzählen und ganz wichtig: Welchen Nutzen ziehen deine Leser daraus? Dieser Nutzen ist es, der deine Leser berührt und damit den Kern deiner Story ausmacht.
  2. Werde emotional! Dein Produkt oder deine Dienstleistung lösen ein Problem deiner Zielgruppe auf besondere Weise? Du bietest etwas an, was es bisher in der Form nicht gegeben hat? Dann hole deine Zielgruppe genau in ihrer Welt ab. Beschreibe ihre Situation, indem du dich in die Gefühlswelt deine Leser hineinversetzt.
  3. Mach den Sack zu! Du hast jetzt die volle Aufmerksamkeit, dann präsentiere die Lösung. Was löst du das Problem deiner Zielgruppe, wie befriedigst du ihr Bedürfnis? Beschreibe deine Leistungen und biete deinen Lesern auch die Möglichkeit, möglichst schnell und unkompliziert einen Zugang dazu zu bekommen.

Wie setzt du Storytelling in deinem Business um oder kennst du besonders tolle Praxis-Beispiele? Ich freu mich über dein Feedback oder deine Fragen in den Kommentaren!

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